

als Sohn eines libanesischen Millionärs und einer Französin, aufgewachsen im Libanon. In Italien erste Erfolge als Sänger (Goldene Schallplatte für den Titel "Stanotte").
1966 Filmrolle mit Udo Jürgens in Deutschland ("17 Jahr, blondes Haar").
Singt in verschiedenen Sprachen. 1970 Goldener Löwe von Radio Luxemburg, ZDF-Hitparade.
Bekannte
Titel: "Ich sprenge alle Ketten", Ich mache keine Komplimente", "In festen
Händen", "In Chicago", "Es wird ein Bettler zum König", "Glück
im Spiel", "Ginny, komm näher", "Mamy Blue" (davon über 1 Million
verkaufter Platten). Produzent: Thomas Meisel.

Er verbrachte seine Jugendjahre in Beirut/Libanon und zog als 15jähriger mit seiner Mutter nach Paris, wo er sich zum erstenmal als Sänger versuchte.
Nach einer kurzen Schauspielerkarriere in Rom wurde er durch den Film "17 Jahr, blondes Haar" in Deutschland schlagartig zum Liebling des überwiegend jungen Schlagerpublikums. Seine erste deutschsprachige Single "Ich sprenge alle Ketten " brachte ihm einen Millionen-Hit.
Ein schwerer Autounfall mit seinem Ferrari unterbrach seine Karriere kurzfristig, sorgte dann aber für ein überwältigendes Comeback. Mit "Mamy Blue" feierte er 1971 seinen größten Erfolg, dann ging seine Beliebtheit wegen Differenzen mit seiner Plattenfirma, seinem Produzenten und Manager und mangelnder Publikumsarbeit zurück.
Shayne
produzierte zwar noch eine musikalisch anspruchsvolle Blues-LP "Shayne",
die aber ebenso wie seine letzte Single Produktion "Abschiedsmelodie" unbeachtet
blieb.
Verärgert
über seinen anhaltenden Mißerfolg verließ Ricky Shayne
im August 1975 Deutschland, um in den Vereinigten Staaten eine neue Karriere
aufzubauen.
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| A)
Ich sprenge alle Ketten
B) Mit traurigen Augen RCA Victor 47-9760 (1967) |
A)
Ich sprenge alle Ketten
B) Mit traurigen Augen RCA Victor 47-9760 (1967) |
A)
Du bist zu schön, um allein zu sein
B) Ich kann bei Mädchen keine Tränen sehn Hansa 14 048 AT (1968) |
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| A)
Buena Notte, Maria
B) Nachtexpress nach Nashville-Tennesee Hansa 14 147 AT (1968) |
A)
Das hat die Welt noch nicht gesehn
B) Good Bye ihr Girls aus Germany Hansa 14 231 AT (1969) |
A)
Es wird ein Bettler zum König
B) Heiss wie Feuer - kalt wie Eis Hansa 14 355 AT (1969) |
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| A)
Ich mache keine Komplimente
B) In Chicago (In The Ghetto) Hansa 14 424 AT (1969) |
A)
Fantastic
B) 1000 Dollar Hansa 14 522 AT (1970) |
A)
Glück im Spiel
B) Mein bester Freund Hansa 14 667 AT (1970) |
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| A)
In festen Händen
B) Du lebst nur einmal Hansa 14 778 AT (1971) |
A)
Ginny, komm näher
B) Frühling, Sommer, Herbst und Winter Hansa 10 035 AT (1971) |
A)
Mamy Blue
B) Heiße Liebe (Ich bin frei) Hansa 10 499 AT (1971) |
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| A)
Und ich bin nicht verloren
B) Er war ein Teufel (a.d. Film "Der Killer und Kommissar") Hansa 12 087 AT (1972) |
A)
Woman
B) Anytime, Anyplace (Almost Anywhere) Ariola 12 262 AT (1972) |
A)
Delta Queen
B) Einsamkeit Ariola 12 391 AT (1972) |
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| A)
Harmony
B) Was soll ich hier Ariola 12 617 AT (1973) |
A)
Mir ist der große Wurf gelungen
B) Supermarkt der Träume Ariola 13 835 AT (1974) |
A)
Du bist kein Kind mehr (Aline)
B) Ein Mann braucht seine Freunde Philips 6005 032 (1980) |
Das
große Party-Fieber war ausgebrochen. 1967 - ich war 17 Jahre alt
- traf sich unsere Clique Samstag für Samstag in irgendeinem mit Bastmatten,
BRAVO-Postern und - wichtigstes Utensil - ausrangierten Matratzen ausgestatteten
Keller. Ein Kasten Cola, Salzstangen, Goldfischli - und ab ging die Post.
Aus dem Plattenkoffer dröhnten die neuesten Hits: "Okay" von Dave
Dee, Dozy, Beaky, Mick und Tich, "Puppet on a string" von Sandie Shaw,
"No milk today" von Herman's Hermits, Scott McKenzies "San Francisco",
Manfred Manns "Ha ha, said the clown", die Beatles mit "All you need is
love", die Stones mit "Ruby Tuesday" und Michel Polnareff mit "La poupée
qui fait non". Deutsche Hits drehten sich seinerzeit nur selten auf unserem
Plattenspieler. Hin und wieder einmal Drafi Deutschers "Marmor, Stein und
Eisen bricht" oder Francoise Hardys "Frag den Abendwind" - das war's dann
aber fast schon. Nur einen einzigen Titel made in Germany legten wir immer
und immer wieder auf und grölten jedes Mal aufs Neue voller Inbrunst
den Refrain: "Ich sprenge alle Ketten und
sage nein, nein ,nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, NEIN!"
"Ich
sprenge alle Ketten" war die erste in deutscher Sprache aufgenommene Platte
von Ricky Shayne. Sein Erfolg in Deutschland war Ergebnis einer geschickt
angelegten PR-Kampagne, an der sich vor allem Deutschlands schon damals
größte Zeitschrift für junge Menschen, BRAVO, beteiligte.
Der rasante Südländer, Sohn eines Libanesen und einer Französin,
hatte sich seit Jahren mit mäßigem Erfolg in seiner Wahlheimat
Italien als Popsänger versucht. 1965 landete er dort einen Top-Ten-Hit
mit dem Song "Uno dei Mods". Danach verschwand er allerdings wieder recht
schnell in der Versenkung. In Deutschland machte er erstmals durch eine
Rolle in dem Udo Jürgens-Film "17 Jahr, blondes Haar" auf sich aufmerksam.
Die Plattenfirma RCA vermutete daraufhin nicht ganz grundlos, aus dem ausgesprochen
attraktiven jungen Mann ließe sich hierzulande ein Teenageridol aufbauen.
Schließlich war Ricky ein richtiger Kerl, wie er im Buche steht:
feurig funkelnde Augen, stramme Waden und jede Menge Muckis, das Hemd stets
geöffnet bis zum Bauchnabel und die Brust schnittig behaart. Via BRAVO
- stets zuverlässiges Verlautbarungsorgan der Plattenindustrie - wurden
die potentiellen Käuferinnen und Käufer auf das Erscheinen seiner
ersten deutschsprachigen Single vorbereitet: "Wieder einmal vollbrachte
das deutsche Show-Business ein Wunder! In aller Heimlichkeit haben die
Fans ein neues Schlager-Idol entdeckt. Aber die Manager und Plattenproduzenten
schlafen vor sich hin. Das ist unfair. Ricky Shayne, Italiens Schlagerstar
Nr.1" - eine (siehe oben) reichlich ungenierte Übertreibung -
"begeistert seit kurzem die deutschen Fans. Doch er muß ein tragisches
Star-Schicksal erleiden, denn seine Platten gibt es bei uns nicht. Sense!
Warum nicht? BRAVO ging im Namen seiner Fans dieser Frage nach und fordert:
Gebt Ricky eine Chance!"
Diese
Chance sollte er ein paar Wochen später dann auch prompt erhalten:
"In Berlin war die Hölle los: Die Taufe von Ricky Shaynes erster
deutscher Schallplatte! Der Titel ist ihm wie auf den Leib geschrieben,
ein Kerl wie Ricky muß ganz einfach alle Ketten sprengen. Überglücklich
gesteht er BRAVO: ,Ich bin ja so glücklich, endlich für meine
deutschen Fans singen zu dürfen". Die Rechnung ging auf: "Ich
sprenge alle Ketten", hart und energisch von Rickys wahrhaft dynamischem
Reibeisenorgan dahingeschmettert, eroberte in Nullkommanichts die Charts.
Ein Song, so richtig nach dem Gusto von Jungmädchenträumen voller
Sehnsucht nach dem starken Arm und der geballten Faust: "Jeden
Tag, wenn ich Dich sehe, gibt es Krach bei mir zu Haus. / Alle sagen, laß
sie gehen, doch ich halte das nicht aus" Und dann kam er: der Refrain,
den wir so gerne unisono grölten: "Ich sprenge alle Ketten und sage
nein nein nein nein nein..." Nicht besonders
spektakulär, das Ganze. Aber eben einer der ganz wenigen aufregenden
deutschsprachigen Hits des Jahres 1967. Anders als Rickys italienische
Fans, die sich nach seinem ersten und einzigen dortigen Hit schon sehr
schnell kaum noch an ihn erinnerten, hielten ihm viele seiner Freunde in
Deutschland über etliche Jahre die Treue: 1969 plazierte er sich mit
drei weiteren Hits im Mittelfeld der Charts: Mit "Das hat die Welt noch
nicht gesehn" (Platz 21), "Es wird ein Bettler zum König" (Platz 17)
und "Ich mache keine Komplimente" (Platz 24) - drei Songs, die auf unseren
samstäglichen Partys allerdings keine Rolle mehr spielten. Ricky war
zum Idol der BRAVO-lesenden Teenager, vermutlich vor allem weiblichen Geschlechts,
geworden. Wir hingegen, an der Schwelle zum Twen-Alter, konnten mit diesen
Songs, die in unseren Ohren ausgesprochen brav wirkten, nichts anfangen.
Ähnlich war es um die Scheiben bestellt, die Shayne 1970/71 veröffentlichte:
"Fantastic" (Platz 27), "In festen Händen" (Platz 38) und "Ginny'
komm näher" (Platz 13).
Erst
dann veröffentlichte er den Song, der zu seinem zweiten ganz großen
Hit in der Bundesrepublik wurde "Mamy Blue". Dabei landete dieser Titel
in einer anderen Aufnahme noch weiter vorne: Die Version der Pop Tops landete
auf Platz 1 der Charts, für Ricky blieb lediglich ein ehrenwerter
Rang 7. Ein kleiner Trost: Es war er, den seine Fans im November 1971 auf
Platz 1 der "ZDF-Hitparade" voteten. Rickys Absturz in der Gunst des deutschen
Publikums erfolgte danach - wie so oft - quasi von heute auf morgen. Kaum
hatte er mit seiner "Mamy" noch einmal jede Menge Lorbeeren eingeheimst,
da wurde es mit einem Mal still um ihn. Einen einzigen Anerkennungserfolg
konnte er noch verzeichnen ("Delta Queen", 1972 auf Rang 20), dann war
es vorbei. Alle danach aufgenommenen Scheiben landeten abgeschlagen unter
"ferner liefen".
Auf
Plattenbörsen gehören Ricky Shaynes Hits heute zum Standardangebot.
Pro Scheibe muß man etwa zehn bis zwanzig Mark ausgeben. Völlig
untypisch: Ausgerechnet sein "Klassiker" erzielt den höchsten Preis.
"Ich sprenge alle Ketten" gab es damals nämlich in zwei verschiedenen
Hüllen. Auf der einen, verbreiteteren, sitzt der Teenie-Schwarm, dem
Titel des Songs entsprechend, auf einer Kette. Die in dieser Hülle
verpackte Single ist ohne Schwierigkeiten aufzutreiben und kostet, wie
alle anderen Shayne-Hits, nicht mehr als zwanzig Mark. Hülle Nr.2
hingegen ist eher auf
die
B-Seite "Mit traurigen Augen" zugeschnitten und zeigt einen tieftraurig
und ausgesprochen ergreifend dreinblickenden Ricky. Sie dürfte unter
dreißig Mark wohl nur schwer aufzutreiben sein. Sollten Sie diese
Variante der "Ketten"-Single angeboten bekommen, so greifen Sie getrost
zu. Nicht nur wegen der wunderschönen Hülle, sondern auch wegen
des Inhalts. Denn, wie gesagt: Sie nennen dann einen der vermutlich meistgegrölten
Party-Hits der Sechziger Jahre Ihr eigen. Und vielleicht stimmen ja auch
Sie dann noch einmal mit ein in die Zeilen "Ich
sprenge alle Ketten und sage nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,
nein, NEIN!"