
* 18.3.1939 in München,
Sohn des Regisseurs
Fred Kraus, Ausbildung in Gesang, Tanz, Schauspiel. Ende der 50er Jahre Deutschlands
populärster Rock'n Roll - Sänger, Teenageridol, damals über 12
Millionen verkaufter Schallplatten. Sang eine Reihe von Titeln zusammen mit
Conny Froboess. Zahlreiche Filmrollen, die erste mit 13 in Kästners "Das
fliegende Klassenzimmer", "Wenn die Conny mit dem Peter". Trat
auch als Drehbuchautor und Plattenproduzent in Erscheinung. Eigene TV-Show "Herzlichst
Ihr Peter Kraus". 1970 Showmaster der Fernseh-Unterhaltungsserie "Bäng-Bäng"
(6 Folgen). Versucht seit einiger Zeit Comeback auf der Operetten- und Musicalbühne.
Er hat noch heute zu leiden
unter seinem Ruf als deutscher Rock-and-Roll-König. Trotzdem ist Peter
Kraus zu einem deutschen All-Round-Entertainer herangewachsen. Bereits als 14jähriger
Oberschüler spielte Peter in mehreren Filmen mit. Neben der Schule nahm
er Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht.
Nach dem Abklingen
der Rock-and-Rollwelle arbeitete Peter Kraus weiter als Schauspieler, in Filmen
und im Fernsehen. Auch im Ausland, wie Frankreich, England, Italien, Holland,
Schweden und Amerika trat er auf und sammelte dabei viele Erfahrungen. Nicht
nur schauspielerisch, sondern auch als Regisseur betreute er verschiedene Fernsehsendungen.
In Musicals stand er auf der Bühne als Sänger und Tänzer. Neben
seinen Fernsehsendungen versucht er sich auch wieder als Schlagersänger.
In München, am 18.3.1939, wurde er geboren und
in dieser Stadt begann auch seine Karriere - als Schlagersänger, als Rock
'n' Roll Show-Mann und als Filmschauspieler wie dann später auch vor den
TV-Kameras. Peter ist erblich begabt: Sein Vater, Fred Kraus, ist ein vielseitiger
Mann im Show-Geschäft und seine Mutter, Finny Kraus, betreut die "beiden
großen Jungs". Was der noch sehr junge Peter so gesanglich hören
ließ, das nahm sein Vater einmal auf Band, weil es ihm gefiel. Dem Produzenten
gefiel es auch, und so fing alles an: Vertrag, Ausbildung und Erfolge.
Stilistisch anfänglich noch stark an Elvis beeinflußt, gelang es ihm bald, sich freizumachen und einen eigenen Vortrag zu entwickeln, wobei ihm die fast überwältigende Anziehungskraft seiner Person auf die jugendlichen Zuhörer und -seher zustatten kam. In seiner Reichweite blieb er auch nicht auf das deutsche Publikum beschränkt, sondern er hat TV-Verträge mit England und Canada und auch seine englisch wie französisch gesungenen Schlager finden in den jeweiligen Ländern eine hervorragende Aufnahme.
Sobald ihm die Arbeit
Zeit läßt, findet man den sympatischen und bescheiden gebliebenen
Münchner in den bayerischen Bergen oder zu Haus, bei seiner umfangreichen
Sammlung von Jazzplatten.
Peter Kraus und Jörg Maria Berg als
"Die James Brothers"
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Die James Brothers auf Polydor Schallplatten:
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Peter
Kraus Lochcover |
Peter
Kraus Lochcover |
Mach
dich schön Diana E.P. |
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A) Kitty
Cat |
A) Wunderbar
wie du |
A) Tiger
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A) Susi
sagt es Gaby |
A) Alle
Mädchen wollen küssen |
und
Conny |
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A) Sag
mir was du denkst |
A) Jedes
Mädchen auf Erden |
A) Capri
Fischer |
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A) Ich
hab`dich noch genauso lieb |
A) Silvermoon
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A) Sweety
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A) Western
Rose |
A) Das
haben die Mädchen gern |
A) Ein
Souvenir |
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A) Hero
und Leander |
Va bene, va bene, ich bin ja so
verliebt / Und zwar in dich, Signorita / Va bene, va bene, wie schön, Meine Eltern hingegen waren da ganz anderer Meinung. Sie mochten ihn überhaupt nicht und beschimpften ihn als "Schluckaufsänger" und als "Heulboje". Kein einziges gutes Haar ließen sie an ihm und zeterten immer wieder, er könne überhaupt nicht singen, er habe keine Manieren und - besonders schlimm - "mache den Amis alles nach". So wie in meinem eigenen Elternhaus ging es vermutlich in sehr vielen Familien zu: Papa und Mama, zu Zeiten eisernen Gehorsams und eherner Disziplin im BDM- und im HJ-Geist aufgewachsen, verstanden die Welt nicht mehr: Sie, denen man ihre Jugend vorenthalten hatte, wurden nun mit einem Mal Zeuge, wie ihre Kinder selbstbewußt all das für sich proklamierten, was ihren Eltern einst verwehrt geblieben war. Statt preußisch-korrektem Haarschnitt war bei den Jugendlichen auf einmal die Elvis-Tolle angesagt, statt freudlos-militärischer Uniformität trugen sie lässig Petticoat und Röhrenhosen, die sie zu allem Überfluß auch noch auf englisch "Blue Jeans" nannten. All das erlebten die im Tausendjährigen Reich Aufgewachsenen außerordentlich bedrohlich. Und Peter Kraus, dessen doch nun wirklich äußerst harmloses Liedchen "Va Bene, va bene" mich damals so sehr begeisterte, er war geradezu Inbegriff der neuen Generation, die sich ostentativ an der Kultur der siegreichen "Besatzer" - halt, nein: "Verbündeten", auch da hieß es umzudenken - orientierte. Er war das pure Gegenstück zum zackigen Männlichkeitsideal, das - logo! - auch nach 1945 nicht von heute auf morgen von der Bildfläche verschwunden war. Nein, Peter Kraus war kein bißchen "zackig", er war "lässig" und das war damals noch ein Schimpfwort. Er trug (manchmal) keine Bügelfalten, er wackelte beim Singen mit dem Unterleib und er kaute Kaugummi. Er sang von "Sugarbabys" und "Kitty Cats", hatte zwar einen deutschen Paß, aber war doch irgendwie so richtig wie die Amerikaner. Und die Alten regten sich wahnsinnig über ihn auf - was wollte man mehr?
Ermuntert durch den umwerfenden Erfolg, baute man ihn alsdann zusätzlich als Filmhelden auf. Gemeinsam mit Deutschlands weiblichem Nr.1-Teenageridol der Fifties, Conny Froboess, avancierte er mit dem Streifen "Wenn die Conny mit dem Peter" unter Deutschlands Teenagern zum meistgeliebtesten Leinwandstar der späten Fünfziger. Aus diesen Film stammen die beiden Songs "Teenager Melodie" und "Ich möcht' mit dir träumen" (1959, Platz 10 bzw. Platz 8). Aufgrund rechtlicher Komplikationen durften diese Top-Titel jedoch nicht im Duett mit Peter und Conny auf Platte veröffentlicht werden, stattdessen gab es zwei konkurrierende Aufnahmen: Conny nahm die Titel gemeinsam mit Electrola-Kollege Will Brandes auf, Peter sang sie bei Polydor gemeinsam mit einer Sängerin namens Micky Main. Auch in der Folgezeit ging es Schlag auf Schlag, die Begeisterung für Peter Kraus war nicht zu bremsen: "Kitty Cat landete 1959 auf Platz 3, "Ich bin ja so allein" und "Tiger auf Platz 8 und "Alle Mädchen wollen küssen" 1960 auf Platz 15.
Zwar ging es bei Konzerten von Deutschlands Rock'n Roller Nr.1 nie derart hemmungslos zu, wie man es von den Auftritten seiner amerikanischen Vorbilder gewohnt war, doch war Peter Kraus stets auch ohne allzu große Randale für bundesdeutsche Verhältnisse ungeheuer "shocking". So provozierte er etwa einmal einen "Skandal", als er seine Sangeskollegin Connie Francis mit den Händen in den Hosentaschen vom Flughafen abholte. Das brachte damals allen Ernstes jede Menge Schlagzeilen. Unter den "Erwachsenen" machte sich das blanke Entsetzen breit, die Halbwüchsigen hingegen fanden solcherlei "Rüpeleien" großartig. - Herrliche Sandkastenspiele, aber, wie man heute weiß; auch erste zarte Anzeichen für das, was der Republik noch bevorstand. Beim Übergang zu den sechziger Jahren hatte sich der Rock'nRoll allerdings erst einmal totgelaufen. Die Stars der Fifties mußten sich etwas einfallen lassen, wollten sie weiter im Geschäft bleiben. Schließlich waren die meisten ihrer Fans wie sie selbst allmählich den Teeny-Schuhen entwachsen. Als in die Jahre gekommene Idole weiterhin Hits für Teenager zu produzieren, wäre vermutlich wenig überzeugend gewesen. Stattdessen versuchten sie, die alten Anhänger mit gesetzteren Klängen bei der Stange zu halten. Elvis machte es erfolreich vor: Er setzte nach Fetzern wie "Hound dog" und "Jailhouse Rock" nun mit Weichspülern wie "O sole mio" alias "It's now or never", "Muß i denn..." alias "Wooden Heart" oder "La Paloma" alias "No more" seinen Triumphzug fort. Und Peter Kraus, der "deutsche
Elvis", folgte seinem Beispiel. Mit traditionellen Schlagern,
die mit Welcher Song fällt ihnen als erster ein, würde ich Sie nach einem typischen Schmusehit der 60er Jahre fragen? Vermutlich dächten Sie spontan an Titel wie "When a man loves a woman" von Percy Sledge, "A whiter shade of pale" von Procol Harum oder "Love me tender" von Elvis - stimmt's? Vielleicht würde Ihnen noch "San Francisco" von Scott MacKenzie einfallen oder jenes herzzerreißende "Release me" von Engelbert Humperdinck. Doch welche Titel sie auch immer nennen - es wären vermutlich fast ausschließlich englischsprachige Songs. Wirklich zugkräftige Schmusesongs made in Germany sind seit jeher Mangelware, erst in den 70ern schuf Peter Maffay echte Klassiker wie "Du" oder "Und es war Sommer". Zuvor ist allenfalls "Monja" von Roland W. in die Popgeschichte eingegangen, Ted Herolds "Moonlight", vielleicht ein Song von Roy Black und - allen voran - "Schwarze Rose Rosemarie" und eine Reihe weiterer Titel des "deutschen Elvis" Peter Kraus. Der gefeierte Rock'n Roller der Fifties profilierte sich beim Übergang zu den Sechzigern als Deutschlands Kuschelsänger Nummer 1. Dabei begann er seine zweite Karriere
zunächst mit einer ausgesprochenen Bauchlandung: Nachdem Im gleichen Jahr setzte er noch eines drauf und sang mit "Schwarze Rose Rosemarie" (höchste Plazierung: Platz 5) einen der legendärsten Schmusehits der Sixties. Tausende von späteren Ehepaaren und Familiengründern lernten sich vermutlich bei den einschmeichelnden Zeilen dieses Liedchens kennen: "Schwarze Rose Rosemarie / Keine Rose blüht sowie sie. Doch was sie anderen sagt, sagt sie mir nie / Ros - ma - rie". Noch heute ist dieser Titel Höhepunkt in Peter Kraus' Konzerten, auch 35 Jahre nach der Veröffentlichung der Scheibe lauschen engumschlungene Paare reiferen Semesters andächtig diesen Versen. Mit "Silvermoon" (Platz 6), einem weiteren klassischen Steh-Blues, setzte er 1962 seinen Triumphzug fort.
Peters Schallplatten sind heute äußerst
begehrte Sammlerobjekte. Seine Hits aus den 50ern wie "Kitty
Cat", "Tiger" und "Alle Mädchen wollen
küssen sind komplett mit Originalhülle kaum unter 30 DM
zu haben. Preise von 50 DM sind nicht außergewöhnlich.
Viele dieser Scheiben wurden damals in "Lochhüllen"
verpackt, Peter Kraus-Standardhüllen mit einem Loch in der
Mitte, so daß der Titel der jeweiligen Platte lesbar war (siehe
Abbildungen oben). Mit bebilderten Hüllen, wie sie in den frühen
60ern Standard wurden, geizten die Plattenfirmen noch, und so gehört
schon eine Menge Glück dazu, solch ein Exemplar zu ergattern.
Peter Kraus- Hits der 60er Jahre sind im Vergleich dazu fast schon
günstig zu bekommen: Für halbwegs neuwertige Exemplare
von "Schwarze Rose Rosemarie", "Blue Melodie"
oder "Sweety" sind zwischen 15 und 30 DM zu berappen,
allerdings ist auch hier die Tendenz deutlich steigend. Schier unbezahlbar
sind indessen Langspielplatten von Peter Kraus. Die LP "Seine
großen Erfolge" etwa ist schon fast so etwas wie ein
Kultobjekt. Ähnlich verhält es sich mit seinen 30 cm-Scheiben
"Peter Kraus singt Evergreens", "Bella Italia"
und "Bossa Nova - Der neue Rhythmus". Und so ist eine aktuelle Neuveröffentlichung
aus dem Hause Bear Family ein wahrer Segen: Die Box |