
*13.01.1940 in Berlin.
deutscher Schlagersänger.
Detlef Engel machte ein Musikstudium in Berlin und bekam 1959 seinen Schallplattenvertrag bei Telefunken.Er hatte in Deutschland einige Erfolge mit Teenager-Songs, meistens Cover-Versionen bekannter US-Hits, wie z.B. "Mr. Blue" von den "Fleetwoods", ein Titel mit dem er so erfolgreich war, daß er fortan selber "Mr. Blue" genannt wurde, was gut zu seiner sanften, klaren Stimme paßte, mit der er die Fans zum träumen brachte. Außerdem coverte er Titel von den US-Teenager- Idolen Frankie Avalon, Brian Hyland, Ricky Nelson und Johnny Tillotson.
Anfang der sechziger Jahre sang er auch im Duett mit Gerd Böttcher. ("Weil du meine große Liebe bist (1961); Oh, Billy, Billy Black (1961); Rock-A-Hula-Baby (1962); Sailor Boy (1963); Stern von Samoa (1964).
1964, als die Zeit der Rock'n Roll
Schnulzen längst vorbei war und auch der Twist passè war, verschwand
auch Detlef Engel von der Bildfläche.
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| A)
Junges Glück
(aus dem "Deutschen Schlagerfestival" von Radio Luxemburg B) Mister Blue Telefunken U 55 208 (1959) |
A)
Mister Blue
B) Junges Glück (aus dem "Deutschen Schlagerfestival" von Radio Luxemburg Telefunken U 55 208 (1959) |
A)
Träumen (immer nur träumen) (Dreamin')
B) Vier kleine Schuhe (Klippety-Klapp) (Four Little Heels) Telefunken U 55 276 (1960) |
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| mit
Gerd Böttcher
A) Weil Du meine große Liebe bist (Santa Lucia) B) Heim, Heim möcht' ich ziehn (Home On The Range) Decca D 19 213 (1961) |
mit
Gerd Böttcher
A) Oh Billy Billy Black (Harry Lime Thema) B) Über die Prärie (Indian Love Call) Decca D 19 240 (1961) |
A)
Gehn wir (Walkin'!)
B) So klar wie die Sterne (Lovelight) Telefunken U 55 380 (1961) |
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| A)
Schenk mir dich ein Bild von dir
B) Trompetenballade Telefunken U 55 423 (1962) |
mit
Gerd Böttcher
A) Ich kenn' die Straßen der weiten Welt (Tall Dark Stranger) B) Denn mein Zuhause, das bist du (Crying In The Rain) Decca D 19 356 (1962) |
A)
Isabella (Young World)
B) Bitte, gib mir einen Kuß Telefunken U 55 453 (1962) |
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| A)
Ich such' ein Herz (Teenage Idol)
B) Wäre nicht der andere gekommen Telefunken U 55 474 (1962) |
mit
Gerd Böttcher
A) Zwei Caballeros (und eine Frau) B) Sailor Boy Decca D 19 412 (1963) |
mit
Gerd Böttcher
A) Stern von Samoa B) Eine Welt ohne Liebe (A World Without Love) Decca D 19 603 (1964) |
EIN ENGEL OHNE FLÜGEL
von Elmar Kraushaar
Sein
Vorbild ist Elvis Presley, wie für viele andere junge Männer
seiner Generation. Detlef Engel, geboren 1940 in Berlin, möchte auch
so singen wie sein Idol. Das probiert er heimlich Zuhause und nimmt es
auf dem Tonbandgerät seines Vaters auf. Der ist ganz erschrocken,
als er die Rock 'n' Roll-Töne von seinem Band hört und will gar
nicht glauben, dass dies sein Sohn sein soll. Denn Kurt Engel, bekannter
erster Pauker beim RIAS-Symphonieorchester und Lehrer an der Hochschule
für Musik, hat sich die musikalischen Vorlieben seines Sohnes ganz
anders vorgestellt, schliesslich soll er mal Opernsänger werden. "Die
moderne Musik ändert sich schnell, die ernste Musik aber bleibt",
zitiert Detlef Engel die guten Ratschläge seines Vaters. So wird der
junge Mann auf die Musikschule geschickt, studiert Klavier und Kompositionslehre
und nimmt Gesangsunterricht bei der Wagner-Sängerin Elsa Varena, die
auch René Kollo zu ihren Schülern zählt. Brav folgt der
Sohn dem Vater, und dann kommt doch alles ganz anders.
"Ich war jung", erinnert sich Detlef Engel heute, "und wollte schnell mein eigenes Geld verdienen." So nimmt er seine erste Chance bei Bertelsmann wahr und singt "Sugar Baby von Peter Kraus für den Buchklub nach. Schlagersänger will er werden, darum bricht er nach vier Semestern sein Studium ab. Kurt Engel ist schliesslich einverstanden mit der Entscheidung seines Sohnes und schickt ihn zu Werner Müller, damals Chef beim RIAS-Tanzorchester. Der ist ganz angetan von der sanften Baritonstimme und hat gleich die richtige Rolle für Engel junior parat: "Er könnte ein deutscher Ricky Nelson werden." Das Pendant zu dem amerikanischen Schmusesänger fehlt noch auf dem deutschen Markt. Denn darauf achten die Plattenfirmen Ende der 50er Jahre: Wer kann die grossen US-Erfolge für das junge Publikum in Deutschland am besten interpretieren? Elvis Presley ist schon vergeben, Ted Herold interpretiert ihn stilgerecht. Aber einer, der so singt wie die Ricky Nelsons, Frankie Avalons oder Brian Hylands ist noch nicht gefunden, also wird Detlef Engel entsprechend aufgebaut. Gleich seine erste Single "Komm zu mir, Darling, die deutsche Version des Fleetwood-Hits "Come Softly To Me", aufgenommen im April 1959, gibt die Richtung an, und schon zum Jahresende folgt der Durchbruch. "Mr. Blue" heisst das Lied, wieder eine deutsche Cover-Version der Fleetwoods, die sich sofort in den Hitparaden plaziert, 21 Wochen ingesgesamt, davon 5 Wochen unter den ersten zehn. Auch Gerhard Wendland produziert - wie damals üblich - den Titel ebenso wie ein Unbekannter namens Tim Olaf. Doch der Erfolg gehört Detlef Engel.
Damit
gerät "Mr. Blue", wie er fortan in der Presse genannt wird, in die
Mühlen des Musikgeschäfts: Eine Tournee folgt auf die andere,
durch die ganze Bundesrepublik aber auch nach Österreich und in die
Schweiz, nach Belgien, Holland und Schweden. Im Januar 1961 steht er sogar
in Berlin gemeinsam mit seinem Vater auf der Bühne, der Sohn singt
seine Hits und Kurt Engel spielt seine beliebten Marimbaphonsoli, und zum
Abschluss der Show singen und spielen beide zusammen den Brecht/Weill-Titel
Mecky Messer aus der "Dreigroschen-Oper". Unzählige Fernsehauftritte
schliessen sich für Detlef Engel an, und auch der Schlagerfilm meldet
sich. In der "Schlagerparade 1960" ist er dabei, und in dem Krimi "Das
Geheimnis der grünen Spinne" muss er als Barsänger sein "Mr.
Blue" immer dann anstimmen, bevor der nächste Mord passiert. Bei seiner
Plattenfirma Telefunken produziert er eine Single nach der anderen, vier
pro Jahr, so lautet der Vertrag: "Das war viel zuviel", erzählt er
später in einem "Memory"-Interview: "Kaum ist eine Platte angelaufen,
war schon die nächste da. Die haben mich eigentlich selbst kaputt
gemacht." Doch den Kritikern gefällt's.
Paulchen Süss, der "Plattenplauderer" der Jugendzeitschrift "BRAVO" lobt seinerzeit den Schmusesänger in den höchsten Tönen: "Weil dieser junge Mann jede Menge musikalisch ist. Weil er eine warme und wohltönende Stimme hat. Weil er seine Songs mit glaubhaftem Gefühl singt. Und weil er seine kleine Kunst von Platte zu Platte besser beherrscht." Und ein Kritiker von der Berliner Tageszeitung "Telegraf" schwärmt: "Über die Stimme des Interpreten braucht man wahl kaum zu diskutieren, sein Bariton hat jenen Sammetklang, der ihn in die Nähe von Bing Crosby rückt und den Hörer ins Reich der Träume entführt."
Soviel
Lob lässt die Produzenten nicht ruhen und sie schicken ihn im Duett
mit Gerd Böttcher als Konkurrenz zu den James-Brothers Peter Kraus
und Jörg Maria Berg ins Rennen, diesmal als Everly Brothers-Kopie.
Die beiden kennen sich schon länger und Detlef Engel war es, der dem
jungen Gerd Böttcher eines Tages den entscheidenen Tip gab, doch auch
einmal bei Werner Müller vorzusingen. Eine deutsche Version des italienischen
Volksliedes Santa Lucia singen die beiden gemeinsam ebenso wie eine Textfassung
der legendären Filmmusik "Der dritte Mann" des Österreichers
Anton Karas. Selbst den Song "Rock A Hula Baby" seines Idols Elvis singt
Engel mit Gerd Böttcher, und die Cover-Version des Everly Brothers-Hits
"Crying In The Rain" ist dabei, "Denn mein Zuhause, das bist du" heisst
der Titel auf deutsch. Die Rechnung geht auf, mit vier Duett-Titeln sind
die beiden 1961 und 1962 in den Hitparaden vertreten, und selbst in Kanada
wird eine LP der beiden veröffentlicht.
"Dann
kamen die Beatles", und alles war vorbei." Wenn Detlef Engel das heute
sagt, ist das eine Feststellung, die er treffen muss ganz ohne Bitterkeit.
1964 ist seine Karriere zu Ende, seine letzten Solo-Singles reichen einfach
nicht mehr ran an die einstigen Erfolge. Hinzu kommen finanzielle Schwierigkeiten
mit dem Finanzamt, der Sänger gibt auf: "Ich habe den Anschluss verloren.
Das ist mir sehr schwer gefallen, aber damit muss man sich abfinden." Er
heiratet, wird Vater und sucht sich einen neuen Beruf. In diesem Jahr feiert
er sein 25jähriges Berufsjubiläum bei den Berliner Wasserwerken.
Auftreten möchte er nicht mehr, ein paar Mal hat er es noch versucht
mit den Kollegen von damals in verschiedenen Oldie-Shows: "Doch damit ist
jetzt Schluss, ich bin nicht mehr der Jüngste. Die Blösse will
ich mir nicht mehr geben, schliesslich war ich mal ein Teenager-Idol."
Aber wenn er nochmal auf die Bühne müsste, da ist er sicher,
da kann ich noch jeden jungen Sänger in die Tasche stecken, musikalisch
wie showmässig." Er hält nicht viel vom heutigen Show-Geschäft:
"Die haben doch kaum noch Stimme, und wie sie sich auf der Bühne,
wissen die jungen Leute auch nicht mehr. Wir dagegen mussten noch was können,
musikalisch musste man sein, wir haben auf der Bühne nie mit Playback
gearbeitet, sondern immer live gesungen. Und wenn das Mikrofon mal ausfiel,
sang man eben ohne weiter. Und es ging gut. "Geblieben ist seine Liebe
zum Rock 'n' Roll, und Elvis ist für ihn immer noch der Grösste:
"Ich habe alle Platten von ihm. Einmal durfte ich ihn sogar kennenlernen,
und sein Autogramm besitze ich heute noch."
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EIN ENGEL OHNE FLÜGEL
BEAR FAMILY CD BCD 16 106 AH Bear Family Records 30,00 DM Ein Engel ohne Flügel ~ Komm’ zu mir, Darling ~ So klar wie die Sterne ~ Mister Blue ~ Träumen (immer nur träumen) ~ Sugar Baby ~ Ich such ein Herz ~ Junges Glück ~ Oh, I Love You ~ Wär’ nur nicht der and’re gekommen ~ Isabella ~ Alle Twens geh’n heut’ tanzen ~ Zeig’ mir bei Nacht die Sterne ~ Vier kleine Schuhe ~ Mein Herz schlägt nur für Susi ~ Sweety, Sleepy Melodie ~ Schenk mir doch ein Bild von dir ~ Du, du bist ja so sch"n ~ Wenn du nicht bei mir bist ~ Ist das Liebe oder nicht ~ Was kann das sein ~ Ich bin nicht so - wie alle andern ~ Bitte gib mir einen Kuss ~ Lass mich heute nicht allein ~ Oh, No ~ Rote Rosen ~ Das ist leicht gesagt ~ Good Night ~ Let’s Go - OK ~ Geh’n wir |
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Detlef Engel auf
Schallplatten |
| U 55 155 |
1959
|
Alle
Twens geh'n heute tanzen
(Medal Of Honor) |
Komm
zu mir, Darling
(Come Softly To Me) |
| U 55 172 |
1959
|
Goodnight
My Little Girl
(A Boy Without A Girl) |
Ist
das Liebe oder nicht?
(This Is Real) |
| U 55 191 |
1959
|
Du
bist ja so schön
(Sweeter Than You) |
Laß
mich heute nicht allein
(Are You Really Mine?) |
| U 55 203 |
1959
|
Mister
Blue
(Mr.Blue) |
Junges Glück |
| U 55 227 |
1960
|
Zeig' mir bei Nacht die Sterne | Wenn du nicht bei mir bist |
| U 55 259 |
1960
|
Sweety Sleepy Melody | Oh,
I Love You
(U-U-U-U-U-I! Never Let Me Go) |
| U 55 276 |
1960
|
Vier
kleine Schuhe
(Four Little Heels) |
Träumen
(immer nur träumen)
(Dreamin') |
| U 55 306 |
1961
|
Si-Si-Si! | Ich bin nicht wie alle anderen |
| U 55 342 |
1961
|
Ein
Engel ohne Flügel
(I Can See An Angel) |
Denn
Liebe war es nie
(Tragedy) |
| U 55 380 |
1961
|
Geh'n
wir
(Walkin') |
So
klar wie die Sterne
(Lovelight) |
| U 55 423 |
1962
|
Schenk' mir doch ein Bild von dir | Trompeten-Ballade |
| U 55 453 |
1962
|
Isabella
(Young World) |
Bitte gib mir einen Kuß |
| U 55 474 |
1962
|
Ich
such' ein Herz
(Teenage Idol) |
Wär nur nicht der andere gekommen |
| U 55 704 |
1963
|
Rote
Rosen
(The Bossa Nova) |
Himalaya
(Let's Do The Limbo) |
| U 55 723 |
1964
|
Das
ist leicht gesagt
(Easier Said Than Done) |
Mein Herz schlägt nur für Susi |
| U 55 746 |
1964
|
Locomotion - Made In Germany | Let's Go - O.K. |
| U 55 767 |
1964
|
Hey,
Hey du bist okay
(What Do You Say) |
Oh no |
| U 55 804 |
1964
|
Daisy | Küssen ist schön |